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Entdecken Sie Ägypten!
Das Land der Pharaonen ist gleichzeitig auch das Land der Taucher, der Sonnenhungrigen, der Wüstenabenteurer und der Bildungsreisenden
Es sind nicht gerade wenige Superlative, mit denen das Land am Nil aufwarten kann. Es gilt als die Wiege der Zivilisation und als die älteste Bürokratie der Menschheit, hier wurde die Steinbauarchitektur erfunden, deren früheste Zeugin, die Stufenpyramide von Saqqara, man noch heute bewundern kann, hier entdeckten Archäologen die ältesten Schriftstücke der Menschheitsgeschichte, und hier kann man das letzte erhaltene Weltwunder der Antike sehen: die Pyramiden von Giza.
Ein Superlativ aber wird selten beachtet: Ägypten ist gleichzeitig das älteste Reiseziel der Welt. Tempel und Pharaonengräber, die mit klingenden Namen wie Ramses, Tut-ench-Amun, Nofretete oder Echnaton verbunden sind, dazu prächtige Moscheen und die Kirchen einer der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt, üppige Gärten am Nil und Wallfahrtsorte im ganzen Land locken seit Jahrtausenden Wissenschaftler und Pilger, Abenteurer oder einfach nur Neugierige hierher. So ist es nur folgerichtig, dass Ägypten auch die Geburtsstätte des modernen Tourismus ist. Thomas Cook, ein praktisch veranlagter britischer Pedant, sah, dass alle wichtigen Sehenswürdigkeiten des Landes in Reichweite des Nilufers liegen, und erfand 1869 die Nilkreuzfahrt. Und damit seine Gäste in der exotischen Fremde immer wussten, woran sie sind, beglückte er sie mit der Pauschalreise. Unterkunft, Verpflegung, Tourguide - alles war im Preis enthalten, außer alkoholischen Getränken.
Touristen von heute haben vor allem ein Problem: Wo sollen sie zuerst hinfahren? Im Süden locken die magische Kultur der Pharaonen und die idyllische Nillandschaft, im Osten bietet das Rote Meer Traumstrände, glasklares Wasser und eine artenreiche Unterwasserwelt, die zu den beeindruckendsten der Erde gehört. Für Kairo allein bräuchte man Wochen, um alle pharaonischen, römischen, koptischen, fatimidischen und mamlukischen Kunst- und Baudenkmäler zu erkunden, und mindestens Monate, um zu begreifen, wie dieser aberwitzige Schmelztiegel aus Tradition und Moderne wirklich funktioniert. Aber dann gibt es ja noch Alexandria, die alte Dame am Mittelmeer, in die Nostalgiker aus aller Welt hoffnungslos verliebt sind; außerdem die Oasen in der Westlichen Wüste, den biblischen Sinai, den Sinai der Beduinen, den Sinai der Beachurlauber aus Europa und den der Hippies und Aussteiger auf Zeit an den Stränden von Dahab und Tarabin.
Das gesamte Land wirkt, als hätten es die Planer in den großen Reisebüros auf der Suche nach perfekten Kombinationsmöglichkeiten erfunden: Sport und Bildung, Tauchen und Bergwanderungen, extreme Naturerlebnisse und das Großstadtabenteuer im Moloch Kairo. Ägypten reizt Hobbyarchäologen und Bibelkreise, Esoteriker, Völkerkundler und Teenager, die Jetski und Paragliding probieren wollen. Reisende kommen mit dem festen Ziel, einmal im Leben den Tempel von Abu Simbel zu sehen, oder mit nichts anderem im Sinn als nur abzuhängen, in der Sonne zu liegen und braun zu werden. Viele Neulinge unter den Besuchern treffen deshalb die einzig richtige Entscheidung: Sie beschließen schon zu Beginn ihrer Reise, ein zweites Mal herzukommen, und heben sich die anderen Landstriche Ägyptens für später auf. Ägypter haben dafür eine Redensart. Sie sagen, natürlich metaphorisch gemeint: Wer einmal Nilwasser getrunken hat, kommt immer wieder zurück.
Der Nil ist die Lebensader des Landes. Seit Jahrtausenden beschert er den Ägyptern einen Lebensrhythmus, der ihre Mentalität geprägt hat. Einmal im Jahr überschwemmte die Nilflut das Ackerland und ließ fruchtbaren Schlamm zurück. Die Fellachen bestellten das Feld, brachten die Ernte ein, und mit der nächsten Flut ging der Kreislauf von neuem los - jahraus, jahrein. Kein Alltagsproblem konnte so bedeutend sein, kein Streit, keine Sorge, kein Unglück konnte es geben, das die Ägypter daran zweifeln ließ, dass die Vorsehung sie reich beschenkte. Noch heute haben Ägypter eine Abneigung dagegen, aus dem Niltal wegzuziehen. Sie revanchierten sich ihrerseits mit einem ausbalancierten System an gesellschaftlichen Beziehungen, in dem jeder seinen Platz hatte, angetrieben von den wirklich wichtigen Konstanten im Leben: Geburt, Hochzeit und Tod.
Das erklärt teilweise Eigenschaften der Ägypter, über die Reisende immer wieder erstaunt sind: ihre unendliche Gelassenheit, ihren Humor und ihre ansteckende Freundlichkeit. Wenig kann sie aus der Ruhe bringen. Problemen und ihrem eigenen schlechten Gewissen begegnen sie mit einer Formel, die oft schon in Büchern beschrieben wurde. Sie lautet: IBM. Das I steht für »Insha'Allah« und bedeutet »so Gott will«. Es ist die übliche Antwort selbst auf die Frage, ob die U-Bahn, an der Helwan dransteht und die in Richtung Helwan vor Ihnen einfährt, auch wirklich nach Helwan geht. Das B steht für »bukra«, was »morgen« heißt, aber meistens meint: Was ich heute kann besorgen, kann ich morgen immer noch verschieben, irgendwann wird es schon werden. Das M ist das Kürzel für »malesh« - »tut mir Leid, macht doch nichts, ist nicht so schlimm«.
Pedantische Europäer entnervt diese Beschwörungsformel immer wieder - wenn ihnen zum Beispiel ein Händler sagt, dass er »bukra insha'Allah« das T-Shirt mit dem Pharaonenmotiv in der passenden Größe besorgt haben wird, aber dann für den Europäer, der natürlich am nächsten Tag kommt, doch nur ein nettes »Malesh« parat hat. Wer die Lebensbedingungen der Ägypter kennen lernt, begreift jedoch schnell, dass IBM das Gleitmittel im holprigen Alltag ist. Der an vielen Orten nahezu unverschämt zur Schau gestellte Reichtum darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten Ägypter in Verhältnissen leben, die Mitteleuropäer längst in die Verzweiflung getrieben hätten. Mindestens ein Fünftel aller Erwachsenen ist ohne Arbeit. Die Analphabetenrate beträgt über 40 Prozent. Einer Statistik des Gouverneurs von Kairo zufolge leben 25 Prozent aller Hauptstädter in Armenvierteln an den Stadträndern oder auf Friedhöfen und ein Drittel der Familien unter dem Existenzminimum. In den vernachlässigten Provinzen Oberägyptens sieht es eher noch schlechter aus. Viele Ägypter haben zwei Jobs und arbeiten zwölf bis 15 Stunden am Tag. Von dem Geld ernähren sie nicht nur die eigene Familie, sondern auch noch die der arbeitslosen Brüder und Cousins, denn die Familie ist in Ägypten nicht nur Zuflucht, sondern gleichzeitig Verpflichtung. Und in ihr entlädt sich auch Frustration. Bei einer ägyptisch-amerikanischen Erhebung antworteten über 40 Prozent aller befragten Ägypter, dass sie in den letzten fünf Jahren mindestens einmal körperlicher Gewalt ausgesetzt waren, ausgeübt von Familienangehörigen. Das sind doppelt so viele wie in Mexiko oder Westeuropa.
Angesichts dieses Drucks grenzt es an ein Wunder, dass die Gesellschaft so ausgeglichen ist. Ägypter sind temperamentvoll, aber nicht radikal. Sie neigen zu extremen Emotionen, Freude wie Trauer, aber sie sind alles andere als Extremisten. In den letzten Jahren hat die Religion bei Muslimen wie bei Christen an Bedeutung gewonnen, aber die überwiegende Mehrheit von ihnen verabscheut religiöse Fanatiker zutiefst.
Herzlichkeit ist für Ägypter so normal wie der Gebetsruf, der fünfmal täglich von der Moschee erschallt. Sollte eines von beiden plötzlich fehlen, dann wäre die Welt nicht mehr in Ordnung. Wenn Sie sich also Ihr Ägyptenprogramm zusammenstellen, darf eine Attraktion des Landes auf keinen Fall fehlen: die Menschen. Viele Ägypter sprechen Englisch, einige sogar Deutsch. Sie treffen sie in den Kaffeehäusern des Landes oder in den Clubs von Kairo, in den Basarvierteln, wenn Sie sich verlaufen haben und nach dem Weg fragen, oder in den Beduinensiedlungen an den Küsten des Sinai. Nach der Rückkehr von Ihrer Reise werden Sie die Heiterkeit der Ägypter vermissen.
Highlights
Islamische Altstadt
Zwischen den Stadttoren Bab Al-Futuh und Bab Zuweila erstreckt sich auf 1,5 km Länge die Sharia Al-Mu'izz Li-Din Allah, die Hauptachse der Altstadt. Marktweiber, Mofas, Milchreishändler, Moscheen und Madrassen, an jeder Ecke ein Weltkulturerbe - all das existiert hier im Überfluss. Es ist ein quirliger Kosmos, den Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus in seiner Kairoer Trilogie verewigte. Direkt am Bab Al-Futuh befindet sich die Moschee Al-Hakim, auch Al-Anuar genannt, die Moschee der Lichter. Sie wurde vom schiitischen Bohra-Orden saniert, inklusive 4000 m koranischer Kalligrafie. Dach und Minarette kann man besteigen und von der Stadtmauer hinunter den Blick auf die Altstadt genießen. 300 m weiter folgt links die Darb El-Asfar, die Gelbe Gasse, jüngst sorgfältig renoviert. Ihr Herzstück ist das ottomanische Herrenhaus Beit Al-Suheimi aus dem 17. Jh. mit romantischen Innenhöfen und über 200 opulent verzierten hölzernen Sichtblenden an den Fenstern, den Mashrabiyyas. Weiter südlich auf der Hauptstraße, vorbei an Wasserpfeifenhändlern, folgt ein dreiseitig frei stehender Minipalast, ein Sabil Kuttab von 1744, unten Brunnenhaus, oben Madrassa, Koranschule. Schräg gegenüber steht der gewaltige Qala'un-Komplex, 1284 erbaut, ihm folgt die Madrassa des Sultans Al-Nasr Mohammed, deren gotisches Portal von einer Kathedrale aus Akko in Palästina stammt. Seine Sanierung wurde von der Stadt Stuttgart gestiftet. Es schließt sich der Basar der Messing- und Goldschmiede an und, nach der Sharia Al-Muski, der Markt der Gewürzhändler. Auf der anderen Seite der Sharia Al-Azhar passieren Sie den Al-Ghuriyya-Komplex, laufen an den letzten beiden Tarbousch-Herstellern ganz Ägyptens vorbei und gelangen nach 300 m zum Bab Zuweila. Hinter dem Tor verbirgt sich die einzige überdachte Marktgasse Kairos, der Basar der Zeltmacher.
Moschee Al-Azhar
Weltweit eine Milliarde sunnitischer Muslime sehen in der Institution gleichen Namens, der »Die Blühende« bedeutet, die höchste Instanz in Glaubensfragen. Die Moschee wurde 971 erbaut und bald darauf zur Universität erklärt. Allein wegen ihres wunderschönen Innenhofs sollte sie unbedingt besucht werden! Midan Al-Hussein, www.alazhar.org
Moschee Ibn Tulun
Fachleute halten sie für eine der schönsten Moscheen der Welt. Zwischen 876 und 879 errichtet, wurde ihre harmonische, klare Gestalt seitdem kaum durch Umbauten verändert. Das Gayer-Anderson-Museum, tgl. 8-16.30 Uhr, Eintritt 16 £E, am Eingang zeigt historische Wohnkultur in zwei mamlukischen Adelshäusern. Midan Ahmed Ibn Tulun, Sayyida Zeinab
Pyramiden von Giza
Das letzte noch erhaltene Weltwunder der Antike befindet sich entgegen der Erwartung vieler Besucher nicht einsam in der Wüste, sondern am Stadtrand vom Großraum Kairo/Giza. »40 Jahrhunderte blicken auf euch herab«, soll Napoleon hier angeblich seinen Soldaten ergriffen zugerufen haben, und auch heute noch üben die drei Monumente eine magische Wirkung auf Besucher aus aller Welt aus. Die größte ist die Pyramide von Khufu, besser bekannt unter dem Namen Cheops, mit ursprünglich 146,72 m, heute gut 137 m Höhe und einer Seitenlänge von 230 m. Wichen die Neigungswinkel der Kanten nur um zwei Grad voneinander ab, hätte das ein Auseinanderklaffen um 15 m an der Spitze bewirkt. 2,5 t wiegt ein Steinquader im Schnitt, etwa 2,3 Mio. Blöcke wurden verbaut. Schätzt man die Bauzeit großzügig auf 30 Jahre, hieße das, dass über den gesamten Zeitraum hinweg alle sieben Minuten ein Block herangeschafft, hochtransportiert und eingefügt werden musste - eine unglaubliche logistische Leistung.
Pyramiden waren der Ort, an dem der gottgleiche Herrscher nach dem Tod weiter seines Amtes waltete, die Residenz des verstorbenen Pharaos, genau auf der Grenze zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten, zwischen fruchtbarem Land und Wüste. Auf dem Plateau von Giza stehen die Pyramiden von Cheops, Chephren und Mykerinus, erbaut während der 4. Dynastie, vor über 4500 Jahren. Ihre für Laien nur wenig interessanten Grabkammern können besichtigt werden, in die Cheopspyramide werden allerdings täglich nur 150 Besucher vormittags und 150 am Nachmittag (ab 13 Uhr) eingelassen. Unterhalb bewacht der 20 m hohe Sphinx das Reich der Toten. Die berühmte Statue mit dem Löwenkörper und dem Menschenkopf heißt auf Arabisch Abu Al-Hul, Vater des Schreckens. In einem Museum östlich der Cheopspyramide wird die vollständig erhaltene Sonnenbarke ausgestellt, zusammengesetzt aus über 1000 Einzelteilen, die 1954 neben der Pyramide gefunden wurden.
Es ist streng verboten, die Pyramiden zu besteigen. Eine Anhöhe südwestlich des Geländes ermöglicht aber besonders in den Morgen- und Abendstunden einen wunderschönen Ausblick auf alle drei Baudenkmäler und das Niltal. Pferde- und Kamelführer bieten Ausritte dorthin an. Mit Souvenirhändlern, Bakschischjägern und Softdrinkverkäufern lauern sie Touristen schon am Eingang auf. Wenn Sie nichts kaufen wollen, lehnen Sie freundlich, aber mit Nachdruck ab. Tgl. 8-17, Winter bis 16 Uhr, Eintritt 20 £E zuzüglich Cheopspyramide 40 £E, alle anderen Pyramiden 20 £E, Sonnenbarke 20 £E, Anfahrt mit dem Taxi aus der Innenstadt für höchstens 20 £E, von der Metrostation Al-Giza 10 £E
Ägyptisches Nationalmuseum
Ägyptens berühmtestes Museum gleicht einem Kaufhaus zum Sommerschlussverkauf: 100 000 Objekte pharaonischer Geschichte lagern hier - Statuen, Särge, Mumien, Perücken, Schrifttafeln, Stoffe und vieles mehr, ein großer Teil davon in für die Öffentlichkeit unzugänglichen Magazinen. Enthusiasten verbringen mehrere Tage im Museum. Höhepunkte im Obergeschoss sind der Mumiensaal sowie die Grabbeigaben Tut-ench-Amuns. Zusammen mit dem Innensarg - 225 kg massives Gold - und anderen Beigaben aus der Ruhestätte des jungen Pharaos ist seine Totenmaske der Publikumsrenner des Hauses. Midan Al-Tahrir, Downtown, neben dem Hotel Nile Hilton, www.egyptianmuseum.gov.eg, tgl. 9-16.30 Uhr, Eintritt 20 £E, Mumienhalle 40 £E
Memphis und Saqqara
Unter dem Namen Men-nefer-Pepi war Memphis, 15 km südlich der Pyramiden von Giza, jahrtausendelang die florierende Hauptstadt des vereinigten Ober- und Unterägyptens, eine der größten antiken Städte überhaupt. Wenig ist von ihr übrig, auf einem Teil des Geländes befindet sich heute das Dorf Mit Rahina mit seinen Feldern und Gärten. In einem Schutzbau (Eintritt 7 £E) wird der riesige Torso einer Statue Ramses' II. aufgebahrt, die ursprünglich 13 m hoch war und immer noch mit ihrem stolzen, sanften Gesicht beeindruckt. 200 m westlich des Hauses steht der Alabastersphinx, der 1912 freigelegt wurde.
Im Gegensatz zu Memphis bietet sich Besuchern mit Saqqara, der dazugehörigen Totenstadt, ein ausgedehntes Gelände, reich an Tempeln und Grabstellen (Eintritt 20 £E). Die Stufenpyramide Djosers, 2650 v. Chr. von Imhotep erbaut, gilt als erstes monumentales Steinbauwerk der Menschheit überhaupt.
Das ganze Gelände ist immer noch eine Art Füllhorn für Wissenschaftler aus aller Welt. 2002 entdeckten japanische Archäologen hier eine zwischen zwei Löwenbeinen sitzende sphinxähnliche Figur, die den Namen Cheops trägt. Sie ist einer der bislang seltenen Beweise, dass Cheops tatsächlich als Gott verehrt wurde.
Saqqara und Memphis befinden sich 15 km südlich der Pyramiden von Giza, sind von 8-17, im Winter bis 16 Uhr geöffnet und können am besten mit dem Taxi erreicht werden.
Abu Simbel
Planen Sie unbedingt mindestens einen Tag für die Besichtigung dieses grandiosen Tempels ein. Die Reise dorthin dauert allein, je nach Verkehrsmittel, mehrere Stunden. Täglich morgens um vier verlässt ein Konvoi von Taxis, Reise- und Minibussen Assuan und trifft etwa vier Stunden später 290 km südlich in Abu Simbel ein. Für eine Tour im Minibus zahlen Sie etwa 40-50 £E, sitzen dafür aber eng eingezwängt. Fahrten mit dem Taxi oder im Reisebus sind teurer, ab 150 £E. Gebucht wird an der Hotelrezeption. Eine noch teurere Alternative ist das Flugzeug (Hin- und Rückflug etwa 120 Euro). Die Touristenströme beschlagnahmen gegen neun das Areal und sind zwei, drei Stunden später wieder weg. Glücklich ist, wer in einem der wenigen Hotels in Abu Simbel übernachtet, denn er hat den Tempel am Nachmittag ganz für sich. Seit kurzem findet abends eine Sound& Light-Show statt. Die vier Kolossalstatuen Ramses' II., der den Tempel erbauen ließ, sind 20 m hoch. Sie thronen an einem künstlichen Felsen, der erbaut wurde, als man die Tempelanlage 1964-68 mit einer Unesco-Aktion vor den Fluten des Nasser-Stausees rettete. Lassen Sie sich durch eine kleine Seitentür in das Innere des Bergs führen.
Der Tempel ist nach Osten ausgerichtet, zweimal im Jahr (um den 21. Februar und den 21. Oktober) treffen die Strahlen der aufgehenden Sonne auf alle vier Götterfiguren im Tempelinnern. Der kleinere Tempel ist Hathor und Nefertari gewidmet. Tgl. 7-16 Uhr, Eintritt 35 £E für beide Tempel. Zum Übernachten können zwei anständige Mittelklassehotels empfohlen werden, das Nefertari, 120 Zi., Tel. 097/40 05 08, €€, und das Seti Abu Simbel, 138 Zi., Tel. 097/40 07 22, www.setifirst.com, €€. Genießer buchen eine drei- bis viertägige Kreuzfahrt auf dem Nasser-Stausee auf der eleganten MS Eugenie, Tel. 02/516 96 49, www.eugenie.com.eg, €€, mit einem Hauch von Fin de Siècle.
Karnak-Tempel
3 km nördlich des Luxor-Tempels, ebenfalls in Nähe des Nilufers, erstreckt sich auf einem Gebiet von 250 000 m² eine ebenso eindrucksvolle wie unübersichtliche Tempelanlage. Dutzende von Herrschern bauten über 13 Jahrhunderte lang an ihr und veränderten sie ständig. Bis heute ist es den Archäologen nicht gelungen, alle ihre Rätsel komplett zu entschlüsseln. Hinter dem Eingang befindet sich der Amun-Tempel. Westlich davon steht das Heiligtum des Khonsu sowie als drittes Zentrum der Anlage der Festtempel Thutmosis' III. Hinzu kommen weitere An- und Umbauten, Hallen und Höfe, Schreine und Alleen. Am Vormittag strömen Heerscharen von Touristen in die Anlage. Am besten ist es, Sie besuchen den Tempel in der Mittagshitze, wenn die Tourbusse wieder verschwunden sind, oder sogar am frühen Abend. Nach Einbruch der Dunkelheit finden kitschige Multimediaspektakel in täglich wechselnden Sprachen statt, die so genannten Sound&Light-Shows.
Berühmt ist vor allem der riesige Säulenwald zu beiden Seiten des Mittelganges, erbaut von Ramses I. und seinem Sohn Sethos I., vollendet von Ramses II. Die 134 kolossalen Säulen haben einen Umfang von etwa 10 m und ragen zwischen 13 und 24 m auf.
Der Heilige See südlich des Amun-Tempels diente den Priestern vorwiegend für rituelle Bootsfahrten und Waschungen. An seinem Ufer liegt ein großer Granitskarabäus, den Amenophis III. dem Sonnengott Atum-Chepre geweiht hatte. Tgl. 6-18.30, im Winter bis 17.30 Uhr, Eintritt 20 £E
Luxor-Tempel
Die Tempelanlage dominiert das Stadtzentrum des heutigen Luxor. Von hier aus sind es bis zum Nil, zum Bahnhof, zum Souq oder zum nächsten McDonald's nur wenige Schritte. Der Bau des Tempels wurde 1400 v. Chr. begonnen und ist den Gottheiten Amun und Mut sowie ihrem Sohn Konsu geweiht. Den Eingang der Anlage, die im alten Ägypten auch Südlicher Harem des Amun hieß, säumen zwei große Sitzstatuen Ramses' II. Der Obelisk vor der linken Statue wurde ursprünglich durch einen zweiten, kleineren vor der rechten ergänzt, doch Muhammed Ali verschenkte sie an Frankreich, wo sie seit 1836 die Place de la Concorde in Paris schmückt. Der Säulengang im Innern ist etwa 16 m hoch und hinterlässt einen gewaltigen Eindruck. Seine Wände sind mit Reliefs verziert, die das Opet-Fest darstellen, eine Tradition, die offensichtlich heute noch im Moulid des heiligen Abu Al-Haggag Al-Uqsuri fortlebt, wenn Luxors Christen und Muslime am 14. Shabaan (am 14. des islamischen Monats Shabaan) eine geschmückte Barke durch die Straßen tragen. Die Moschee des Sheikhs befindet sich auf dem Gelände des Tempels. An seinem Nordende sehen Sie den Anfang einer 3 km langen Sphingenallee, die einst bis zum Karnak-Tempel führte. Abends wird die gesamte Anlage angestrahlt. Tgl. 6-22, im Winter bis 21 Uhr, Eintritt 20 £E
Tal der Könige
Das Gräberfeld hinter dem Bergmassiv, dessen Gänge sich symbolisch tief ins Reich der Toten winden, ist für viele der Höhepunkt ihres Ausfluges nach West-Theben, andere sind enttäuscht. Die wirkliche Würde des Orts, in seiner weltfernen Abgeschiedenheit, erschließt sich allerdings nur, wenn der vormittägliche Touristenrummel vorbei ist und die Reisebusse wieder abgefahren sind. Die Wandmalereien der Gräber leiden unter den Ausdünstungen der Besucher, fast alle Grabbeigaben wurden über die Jahrhunderte geraubt. Sehenswert sind das Grab Ramses IV.' (Nr. 2), dessen hinterer Bereich mit Szenen aus dem Pfortenbuch geschmückt ist, das der Königin Tauseret und des Pharaos Sethnacht mit dem prunkvollen Granitsarkophag (Nr. 14) sowie das Grab Sethos' I. (Nr. 17), für viele die schönste aller zugänglichen Grabstellen. Zu den insgesamt 64 Königs- und Prinzengräbern gehört auch das von Tut-ench-Amun, dessen prachtvolle Beigaben im Nationalmuseum am Midan Al-Tahrir in Kairo bewundert werden können. Eintritt: 3 Gräber 20 £E, Tut-ench-Amun-Grab 40 £E
Tempel der Hatschepsut
Elegant schmiegt sich die dreistöckige Terrassenanlage an den Berghang. Die Ebenen sind durch flache Rampen miteinander verbunden. Viele der farbigen Reliefs sind gut erhalten und zeigen Stationen aus dem Leben der Königin, u. a. ihre Geburt (mittlerer Hof rechts) und die Expedition, die sie 1470 v. Chr. nach Punt im Somaliland schickte (mittlerer Hof links). Vor dem Haupteingang zweigt rechts ein schmaler Weg ab, der über das Bergmassiv nach etwa 50 Minuten zum Tal der Könige führt. Grandiose Aussicht besonders zum Sonnenaufgang. Eintritt 12 £E
Altstadt Al-Qasr
Im Gewirr der Gassen befinden sich Perlen wie das über 700 Jahre alte Minarett der Sheikh-Nasr-Ed-Din-Moschee, Türbalken mit arabischer Kalligrafie oder die Gerichtskate. (Inoffizielle Führer besitzen alle Schlüssel, etwa 10 £E Trinkgeld.) Bitte unbedingt das 2002 eröffnete Ethnographic Museum ansehen, das historische Originalstücke aus dem Oasenalltag, Werkzeuge, Küchengeräte, Trachten usw., in authentischem Ambiente zeigt (Eintritt 2 £E, Anmeldung tags zuvor am Vormittag im Tourist Office bei Omar Ahmed empfohlen!).
Stichworte
Bauchtanz, Götter, Wasserpfeife
Ägypter genießen, fluchen, beten und tanzen. Was Besucher über das Land am Nil wissen sollten, erfahren Sie hier
Bauchtanz
Kaum eine Hochzeit oder ein Clubabend ohne Bauchtanz, kein Ramadan-TV-Programm ohne Prominententalk mit Fifi Abdou, der skandalgewohnten Bauchtanzkönigin des Landes. Selbst Dreijährige beherrschen schon das Kreisen des Bauchnabels zu Musik und heben instinktiv dazu die Arme. Trotzdem hegen die Ägypter eine Art Hassliebe zum Raqs sharki, wie der Hüfttanz auf Arabisch heißt.
Sie finden ihn unsittlich, weil er gegen den religiösen Anstand verstößt, aber sie bewundern und verehren seine Superstars. Bauchtanz gehört zur Lebensfreude der Menschen, und das seit Tausenden von Jahren, wie altägyptische Reliefs zeigen. Die frühen Musikfilme der 1940er-Jahre holten die Tänzerinnen heraus aus den verrauchten Nachtclubs auf die Leinwand, aber sie konnten ihren Ruf nur wenig verbessern. Heutzutage sieht man die besten Shows in den Kairoer Luxushotels. Seit Herbst 2003 erhalten ausländische Tänzerinnen keine Arbeitserlaubnis mehr. Die Regierung will damit die einheimischen Künstlerinnen vor der Konkurrenz schützen. Eine australische und eine russische Tänzerin reichten gegen diesen Beschluss Klage bei einem ägyptischen Gericht ein.
Bildung
Die Ägypter sind bekannt für ihren Gleichmut, aber einmal im Jahr hört man ein ganzes Land klagen und stöhnen. Vor den großen Sommerferien wird das dem deutschen Abitur vergleichbare Thanawiyya aama abgelegt, Schüler und Eltern stehen am Rande des Nervenzusammenbruchs. In den staatlichen und vielen privaten Schulen wird weder kritisches Denken noch das Lösen von Problemen gelehrt, sondern auswendig gelernt. Die Lehrer bessern ihr Monatsgehalt von 80 Euro mit Privatstunden auf, für die Ägyptens Eltern mehrere Millionen Euro pro Jahr ausgeben. Vor allem während dieses Nachhilfeunterrichts erfahren die Schüler das nötige Prüfungswissen. Wochenlanges stoisches Memorieren ist die Folge, jeder Satz muss in der Prüfung sitzen. Die Abiturnote entscheidet über den Studienplatz, Kreativität schadet da eher.
Gastfreundschaft
Sobald ein Gast das Haus oder das Zelt betritt, so lautet eine alte Beduinenregel, soll man ihn mindestens drei Tage lang wie ein Mitglied der Familie behandeln. Er muss beköstigt, beschützt und notfalls gekleidet werden. Auch heute noch ist die Gastfreundschaft der Ägypter nahezu legendär. Die Chance, dass Einheimische Sie nach Hause zum Essen einladen, ist gar nicht so klein. Bevor Sie eine Einladung zu Ägyptern nach Hause annehmen, sollte sie mindestens dreimal ausgesprochen sein, und selbst dann kann es passieren, dass die Gastgeber Ihnen zuliebe mit einem opulenten Mahl die Haushaltskasse für Monate im Voraus ruinieren. Bringen Sie ein kleines Geschenk mit, Gebäck oder frisches Obst, und vor allem Hunger, denn es gibt für die Gastgeber kein größeres Lob, als wenn Sie reichlich essen!
Götter
Diesseits und Jenseits waren für die alten Ägypter zwei Daseinsformen eines größeren Ganzen, getrennt nur durch ein Totengericht, das über die Aufnahme der Verstorbenen ins Jenseits befand. Diesem Gericht stand Osiris vor, Herr der Unterwelten und gleichzeitig Gott der Wiedergeburt. Isis, Muttergottheit sowie Gattin und Schwester des Osiris, hatte seinen von Seth ermordeten und zerstückelten Leichnam eingesammelt und zu neuem Leben erweckt. Isis gebar ihm auch einen Sohn, Horus, den Gott mit dem Falkenkopf, der als erster Pharao den Thron bestieg und somit alle folgenden Pharaonen direkt zu Osiris in Beziehung setzte und gottgleich machte.
Zu den zahlreichen Göttern der Pharaonenzeit gehörten Hathor, die Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe, oft in Kuhgestalt abgebildet, sowie der zum Gott erhobene Baumeister der Stufenpyramide von Saqqara, Imhotep, Schutzherr seiner Zunft sowie derer der Ärzte, außerdem Amun, der thebanische Reichsgott und Schöpfer der Welt.
Hieroglyphen
Funde eines Teams des Deutschen Archäologischen Instituts, das seit 1988 in Abydos gräbt, legen es inzwischen nahe, dass sich die Schrift der alten Ägypter tatsächlich ohne den Einfluss der Sumerer aus dem Zweistromland entwickelte. Die Zeichen, die das Team auf unzähligen Täfelchen und Scherben fand, sind eindeutig Vorläufer jener späteren Hieroglyphen, die Champollion anhand des dreisprachigen Steins von Rosetta 1822 übersetzte.
Schrift wurde anfangs weder für heilige Texte noch für Geschichtsepen, sondern vor allem für Inventarlisten, Steuervermerke oder Namensetiketten verwendet. Sie ist Produkt eines beeindruckenden Verwaltungsapparats, den man ohne Übertreibung als die älteste Bürokratie der Welt bezeichnen kann.
Islam
Neun von zehn Ägyptern sind Muslime. Die Bedeutung der Religion im Alltag wird auf Schritt und Tritt deutlich. Fünfmal am Tag ertönt der Gebetsruf aus den Lautsprechern der Moscheen und Gebetsräume. Die Scharia, das islamische Recht, ist eine Quelle der Gesetzgebung, neben dem Bürgerrecht, das sich jedoch immer mehr an der Scharia orientiert. Eheschließungen und Bestattungen werden nach islamischem Ritus vollzogen. In kaum einem Restaurant gibt es Schweinefleisch. Jeder fromme Muslim erfüllt fünf Grundgebote: Er leistet ein Bekenntnis zu Gott (arabisch: Allah) und zum Propheten Mohammed, betet fünfmal pro Tag, fastet im Monat Ramadan, leistet eine Armensteuer und pilgert einmal im Leben nach Mekka. Die heilige Schrift, der Koran, wurde dem Propheten Mohammed vor über 1300 Jahren offenbart. Juden und Christen werden in ihm als Vorläufer, als »Leute des Buchs«, respektiert.
Kopten
Acht Prozent aller Ägypter sind Christen. Im 2. Jh. war das Nildelta bereits christianisiert. Die Kopten, Ägyptens orthodoxe Christen, stellen deshalb eine der ältesten christlichen Glaubensgemeinschaften der Welt dar. Das Verhältnis zur muslimischen Bevölkerungsmehrheit ist gespannt. Die Regierung beschwört die Einheit des ägyptischen Volkes, und viele Ägypter aller Glaubensrichtungen stimmen dem vorbehaltlos zu. Trotzdem kommt es in Oberägypten manchmal auch heute noch zu gewalttätigen Konflikten zwischen Muslimen und Kopten. Die Kopten sind ähnlich stark an Traditionen orientiert wie der Rest der Ägypter, so werden z. B. auch bei ihnen weibliche Beschneidungen durchgeführt.
Moschee
Das islamische Gebetshaus ist - anders als die christliche Kirche - keine sakrale Stätte, sondern vor allem ein praktischer, sauberer und stiller Ort für das Gebet, einzeln oder in der Gruppe. Gleichzeitig dient die Moschee als Treffpunkt, zum Ausruhen und Meditieren sowie als Anlaufpunkt für Reisende. Auf Grund des islamischen Bilderverbots sind Moscheen vorwiegend mit kunstvollen Kalligrafien verziert. Außerhalb der Gebetszeiten können Sie fast alle Moscheen bedenkenlos besichtigen, wenn Sie die Stille respektieren, keine aufreizende Kleidung tragen und Ihre Schuhe am Eingang ausziehen. Zu den wenigen Ausnahmen gehören die Hussein- Moschee und die Moschee Sayyida Zeinab in Kairo. Sie sind heilige Wallfahrtsorte, Nichtmuslime also eher unerwünscht. Manchmal werden den Besucherinnen Tücher am Eingang gereicht, mit denen sie ihr Haar bedecken können.
Musik
Kairo ist die »Hitfabrik« des Nahen Ostens. In schneller Folge werden immer neue Kassetten - und einige CDs - auf den Markt geworfen, inklusive Musikvideo. Superstar seit einigen Jahren ist Amr Diab, der Bestverdiener unter den arabischen Popmusikern. In Ägypten sehr beliebt, aber auch in Deutschland einer kleinen Fangemeinde bekannt, ist Mohammed Mounir. Er mixt nubische Klänge mit gefälligem Jazz zu Ohrwürmern, gelegentlich eingespielt von deutschen Gastmusikern. Nie wieder nach ihr konnte jedoch jemand die Zuhörer so begeistern wie die Sängerlegende Umm Kulthum. Bei ihrem Tod 1975 folgten 2 Mio. Menschen auf Kairos Straßen dem Sarg.
Politisches System
Verglichen mit ehemaligen Ostblockstaaten oder anderen arabischen Ländern ist Ägypten eine Oase der Liberalität. Es gibt Oppositionsparteien, turbulente Parlamentsdebatten, und vor einigen Jahren erklärte das oberste Verfassungsgericht das Parlament sogar für unrechtmäßig und löste es auf - wegen Formfehlern bei der Wahl. Über weite Strecken funktioniert die politische Landschaft jedoch nach dem Prinzip Pharao. Der Präsident besitzt ein Einspruchsrecht bei allen Gesetzen, er setzt sämtliche Gouverneure in den Provinzen persönlich ein, ernennt Minister und verhängt den Ausnahmezustand - der jetzige gilt seit 1981. Seit jenem Jahr regiert Hosni Mubarak als Präsident das Land, inzwischen in der vierten Amtsperiode. Seine Regierungspartei besitzt die absolute Mehrheit im Parlament.
Ramadan
Im muslimischen Fastenmonat ist alles anders. Einmal im Jahr für vier Wochen folgt das gesamte öffentliche und private Leben in Ägypten Regeln, die wenig mit denen der übrigen Zeit gemein haben. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verzichten nicht nur die besonders gläubigen Muslime auf Speisen, Getränke, Sex, Parfüm und Nikotin. Auch weniger fromme bleiben vom Ramadan nicht unberührt und versuchen wenigstens für ein, zwei Wochen mitzufasten. Alle Geschäfte, Ämter und Firmen schließen drei Stunden vor Sonnenuntergang, und zum Zeitpunkt des Fastenbrechens, des Iftars, herrscht Totenstille auf den Straßen, selbst in Kairo, alles sitzt daheim am Essenstisch. Das Mahl fällt besonders festlich aus, man lädt sich gegenseitig ein und feiert. Die Zeit bis zum Suhur, dem letzten Mahl in der Nacht, verbringt man in den Kaffeehäusern oder in speziellen Festzelten bei Wasserpfeife, Tee und Kaffee. Die Straßen sind mit Ramadanlaternen und Girlanden geschmückt. Der Ramadan endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens, dem Eid Al-Fitr.
Shisha
Die drei wichtigsten Geräusche eines typischen ägyptischen Kaffeehauses sind das Scharren der kleinen Metalltischchen, die zu immer wieder neuen Gruppen zusammengestellt werden, das Klappern der Backgammonspiele sowie das ununterbrochene Blubbern der Wasserpfeifen. Mediziner werden nicht müde zu behaupten, dass der Rauch der Shisha dreimal schädlicher sei als Zigarettenrauch. Doch die Wasserpfeife erfreut sich ungetrübter Beliebtheit. Seit vor einigen Jahren bekannt wurde, dass über ihr Mundstück Krankheiten wie Hepatitis A übertragen werden können, verteilen die Kaffeehäuser Einwegmundstücke aus Plastik. In einigen Cafés trennt man die glühende Holzkohle mit Alufolie vom Tabak, sodass nur der reine Tabakrauch eingeatmet wird. Den gibt es mit den verschiedensten Aromen, z. B. Apfel, Pfirsich und Cappuccino.
Wirtschaft
In den 1990er-Jahren sahen Fachleute in Ägypten ein hoffnungsvolles Schwellenland. Das Reisegeschäft florierte. Doch dürftige Exporterlöse und Misswirtschaft führten das Land in eine Krise, die nach dem Terrorattentat in New York und der damit verbundenen weltweiten Rezession sowie dem Einbruch im Tourismusgeschäft, besonders auf Grund des Irakkriegs im Frühjahr 2003, noch verschlimmert wurde. Die Krise hält seit nunmehr 1999 an. Im Februar 2002 bewilligte eine internationale Gebergemeinschaft in Sharm El-Sheikh neue Milliardenkredite, um das Land am Nil stabil zu halten.
Haupteinnahmequellen Ägyptens sind der Tourismus, die Überweisungen der ägyptischen Gastarbeiter aus dem Ausland, die Suezkanalgebühren sowie die Erlöse aus dem Ölexport.
Sehenswertes
Alexandria und Siwa
Alexandria
Bibliotheca Alexandrina
Ihr Vorbild fiel 49 v. Chr. den Flammen zum Opfer. Die Architektur des Neubaus, eine angekippte Scheibe mit 160 m Durchmesser, ist sehenswert, ebenso die Sammlungen alter Manuskripte und historischer Alexandria-Fotos. Al-Shatby, Mi-Mo 11-19, Fr ab 15 Uhr, www.bibalex.org, Eintritt 10 £E
Fort Qait Bey
Ursprünglich stand an der Stelle der berühmte Pharos-Leuchtturm, der im 14. Jh. infolge eines Erdbebens zusammenstürzte. Der Festungsbau aus dem 15. Jh. beherbergt heute ein Marinemuseum (Eintritt 10 £E). Im Osthafen, Sa-Do 9-14, Fr 9 bis 11.30 Uhr, Eintritt 6 £E
Moschee Abu Al-Abbas Al-Mursi
Der jetzige Bau ersetzte 1943 den vorhergehenden und ist Alexandrias schönste Moschee. Südlich des Forts Qait Bey an der Corniche
Römisches Theater
1964 wurde das Amphitheater freigelegt, es bot 800 Zuschauern Platz. Jüngst entdeckt: Bodenmosaike mit Vogelmotiven in der Villa of the Birds. Kom Al-Dikka, Sharia Yussif, tgl. 9-17 Uhr, Eintritt 10 £E, Villa of the Birds 5 £E zusätzlich
In Ägyptens einzigem Amphitheater finden auch Freiluftkonzerte klassischer Musik statt
Siwa
Aghurmi
Vor 2500 Jahren wurde die antike Hauptstadt der Oase erbaut. Inmitten ihrer Ruinen befindet sich das legendäre Amun-Heiligtum, berühmt wegen seines sagenumwobenen Orakels. Schöner Ausblick über die ganze Oase. 3 km östlich von Siwa Town
Sonnenquelle
Auch Kleopatra-Bad genannt, weil hier angeblich schon die Königin gebadet haben soll. 4 km südöstlich von Siwa Town
Kairo
Basar Khan El-Khalili
Das weltberühmte Viertel westlich des Midan El-Hussein ist gewissermaßen die Mutter aller Basare, ein unüberschaubares Gewirr an verwinkelten Straßen und Gassen, mit Hunderten von Läden, Werkstätten und Kaffeehäusern. Der Blick in die Seitengassen und Hinterhöfe abseits der Touristenpfade lohnt auf jeden Fall. Im Areal am Hussein-Hotel und in der Gasse Sikket Al-Badestan haben sich die Händler auf orientalische Souvenirs spezialisiert. Um die Hussein-Moschee herum werden Gebetsteppiche und -ketten, islamischer Wandschmuck und Koranausgaben verkauft. Die Sharia Al-Mu'izz Li-Din Allah östlich der Sharia El-Muski gehört den Messing-, Kupfer-, Gold- und Silberschmieden.
Börsenviertel
Vor 60 bis 100 Jahren entwarfen italienische und französische Architekten jenes Kairo, das ihm den Beinamen Paris am Nil einbrachte. Viele Häuser verfielen, das Börsenviertel aber mit seinen eleganten, arabisch beeinflussten Art-déco-Gebäuden östlich des Midan Talaat Harb wurde jüngst saniert und zur sehenswerten Fußgängerzone erklärt. Zwischen Sharia Qasr Al-Nil und Sharia Sabry Abu Alam, Downtown
Cairo Tower
Wenn Kairos Dunstglocke aufreißt, was eher selten geschieht, können Sie von der Aussichtsplattform des 187 m hohen Bauwerks sogar die Pyramiden sehen. Café und Restaurant sind mittelmäßig. Hadiqat Al-Zuhriyya, auf der Insel Al-Gezirah im Stadtzentrum, tgl. 9-23 Uhr, Eintritt 30 £E, Eintritt Café 60 £E
Islamische Altstadt
Zwischen den Stadttoren Bab Al-Futuh und Bab Zuweila erstreckt sich auf 1,5 km Länge die Sharia Al-Mu'izz Li-Din Allah, die Hauptachse der Altstadt. Marktweiber, Mofas, Milchreishändler, Moscheen und Madrassen, an jeder Ecke ein Weltkulturerbe - all das existiert hier im Überfluss. Es ist ein quirliger Kosmos, den Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus in seiner Kairoer Trilogie verewigte. Direkt am Bab Al-Futuh befindet sich die Moschee Al-Hakim, auch Al-Anuar genannt, die Moschee der Lichter. Sie wurde vom schiitischen Bohra-Orden saniert, inklusive 4000 m koranischer Kalligrafie. Dach und Minarette kann man besteigen und von der Stadtmauer hinunter den Blick auf die Altstadt genießen. 300 m weiter folgt links die Darb El-Asfar, die Gelbe Gasse, jüngst sorgfältig renoviert. Ihr Herzstück ist das ottomanische Herrenhaus Beit Al-Suheimi aus dem 17. Jh. mit romantischen Innenhöfen und über 200 opulent verzierten hölzernen Sichtblenden an den Fenstern, den Mashrabiyyas. Weiter südlich auf der Hauptstraße, vorbei an Wasserpfeifenhändlern, folgt ein dreiseitig frei stehender Minipalast, ein Sabil Kuttab von 1744, unten Brunnenhaus, oben Madrassa, Koranschule. Schräg gegenüber steht der gewaltige Qala'un-Komplex, 1284 erbaut, ihm folgt die Madrassa des Sultans Al-Nasr Mohammed, deren gotisches Portal von einer Kathedrale aus Akko in Palästina stammt. Seine Sanierung wurde von der Stadt Stuttgart gestiftet. Es schließt sich der Basar der Messing- und Goldschmiede an und, nach der Sharia Al-Muski, der Markt der Gewürzhändler. Auf der anderen Seite der Sharia Al-Azhar passieren Sie den Al-Ghuriyya-Komplex, laufen an den letzten beiden Tarbousch-Herstellern ganz Ägyptens vorbei und gelangen nach 300 m zum Bab Zuweila. Hinter dem Tor verbirgt sich die einzige überdachte Marktgasse Kairos, der Basar der Zeltmacher.
Eintauchen in den unverfälschten Orient
Weltkulturerbe mit dem Basar Khan Al-Khalili im Zentrum von Kairo, der Besucher in die Märchenwelt aus Tausendundeiner Nacht entführt
Koptisches Viertel
Die Griechen nannten die Siedlung Babylon, die Römer errichteten dort eine Festung und behielten den Namen bei. Heute heißt das Viertel Alt-Kairo oder auf Arabisch Masr Al-Qadimah. Es ist älter als der islamische Stadtkern und wird von orthodoxen Christen, den Kopten, bewohnt. Einige der schönsten und ältesten Kirchen Ägyptens stehen hier, teilweise tief in den Boden eingesunken. Besonders sehenswert ist die Al-Muallaqah, die über 1000 Jahre alte Hängende Kirche mit ihren barock wirkenden Türmen. In der Krypta der frühchristlichen Basilika St. Sergius soll sich die Heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten versteckt haben, ebenso wie in der Synagoge Ben Ezra unweit davon. 400 m nördlich des Viertels lohnt die älteste Moschee Ägyptens einen Abstecher, die Amr Ibn Al-'As. Direkt an der Metro-Station Mar Girgis
Einige der schönsten und ältesten Kirchen
Moschee Al-Azhar
Weltweit eine Milliarde sunnitischer Muslime sehen in der Institution gleichen Namens, der »Die Blühende« bedeutet, die höchste Instanz in Glaubensfragen. Die Moschee wurde 971 erbaut und bald darauf zur Universität erklärt. Allein wegen ihres wunderschönen Innenhofs sollte sie unbedingt besucht werden! Midan Al-Hussein, www.alazhar.org
Die älteste Moschee des islamischen Kairo
Die schmuckvolle fatimidische Moschee von 971 in Kairo ist zusammen mit der Universität eines der wichtigsten religiösen Zentren der islamischen Welt
Moschee Al-Ghuri
Sie ist ein wahres Schmuckstück mamlukischer Baukunst aus dem 16. Jh. Einen vergoldeten Wandfries, der ein Jahrhundert lang unter Holz verborgen war, entdeckten Bauarbeiter bei der letzten Sanierung. Sharia Al-Mu'izz Li-Din Allah Ecke Sharia Al-Azhar
Moschee Ibn Tulun
Fachleute halten sie für eine der schönsten Moscheen der Welt. Zwischen 876 und 879 errichtet, wurde ihre harmonische, klare Gestalt seitdem kaum durch Umbauten verändert. Das Gayer-Anderson-Museum, tgl. 8-16.30 Uhr, Eintritt 16 £E, am Eingang zeigt historische Wohnkultur in zwei mamlukischen Adelshäusern. Midan Ahmed Ibn Tulun, Sayyida
Zeinab
Ein Meisterwerk früher islamischer Architektur
Großartiges architektonisches Meisterwerk islamischer Baukunst in Kairo
Moschee Sultan Hassan
Der festungsähnliche Bau, 1372 errichtet, besaß viele Jahrhunderte lang das höchste Minarett der Stadt. Innen beeindrucken die erhabene Stille, die durch die ausgewogene Anordnung der Säle noch unterstrichen wird, und vor allem die prächtigen Bronzeportale, hinter denen sich des Sultans Mausoleum befindet. Midan Al-Qal'a
Pyramiden von Giza
Das letzte noch erhaltene Weltwunder der Antike befindet sich entgegen der Erwartung vieler Besucher nicht einsam in der Wüste, sondern am Stadtrand vom Großraum Kairo/Giza. »40 Jahrhunderte blicken auf euch herab«, soll Napoleon hier angeblich seinen Soldaten ergriffen zugerufen haben, und auch heute noch üben die drei Monumente eine magische Wirkung auf Besucher aus aller Welt aus. Die größte ist die Pyramide von Khufu, besser bekannt unter dem Namen Cheops, mit ursprünglich 146,72 m, heute gut 137 m Höhe und einer Seitenlänge von 230 m. Wichen die Neigungswinkel der Kanten nur um zwei Grad voneinander ab, hätte das ein Auseinanderklaffen um 15 m an der Spitze bewirkt. 2,5 t wiegt ein Steinquader im Schnitt, etwa 2,3 Mio. Blöcke wurden verbaut. Schätzt man die Bauzeit großzügig auf 30 Jahre, hieße das, dass über den gesamten Zeitraum hinweg alle sieben Minuten ein Block herangeschafft, hochtransportiert und eingefügt werden musste - eine unglaubliche logistische Leistung.
Pyramiden waren der Ort, an dem der gottgleiche Herrscher nach dem Tod weiter seines Amtes waltete, die Residenz des verstorbenen Pharaos, genau auf der Grenze zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten, zwischen fruchtbarem Land und Wüste. Auf dem Plateau von Giza stehen die Pyramiden von Cheops, Chephren und Mykerinus, erbaut während der 4. Dynastie, vor über 4500 Jahren. Ihre für Laien nur wenig interessanten Grabkammern können besichtigt werden, in die Cheopspyramide werden allerdings täglich nur 150 Besucher vormittags und 150 am Nachmittag (ab 13 Uhr) eingelassen. Unterhalb bewacht der 20 m hohe Sphinx das Reich der Toten. Die berühmte Statue mit dem Löwenkörper und dem Menschenkopf heißt auf Arabisch Abu Al-Hul, Vater des Schreckens. In einem Museum östlich der Cheopspyramide wird die vollständig erhaltene Sonnenbarke ausgestellt, zusammengesetzt aus über 1000 Einzelteilen, die 1954 neben der Pyramide gefunden wurden.
Es ist streng verboten, die Pyramiden zu besteigen. Eine Anhöhe südwestlich des Geländes ermöglicht aber besonders in den Morgen- und Abendstunden einen wunderschönen Ausblick auf alle drei Baudenkmäler und das Niltal. Pferde- und Kamelführer bieten Ausritte dorthin an. Mit Souvenirhändlern, Bakschischjägern und Softdrinkverkäufern lauern sie Touristen schon am Eingang auf. Wenn Sie nichts kaufen wollen, lehnen Sie freundlich, aber mit Nachdruck ab. Tgl. 8-17, Winter bis 16 Uhr, Eintritt 20 £E zuzüglich Cheopspyramide 40 £E, alle anderen Pyramiden 20 £E, Sonnenbarke 20 £E, Anfahrt mit dem Taxi aus der Innenstadt für höchstens 20 £E, von der Metrostation Al-Giza 10 £E
Das letzte noch existierende Weltwunder der Antike
Die drei bekanntesten Monumente Ägyptens in Kairo sollte sich keiner entgehen lassen
Zitadelle
Salah Al-Din, auch bekannt als Saladin, der die Kreuzritter besiegte, errichtete die Festung vor über 800 Jahren. Ihre heutige Gestalt erhielt sie vor anderthalb Jahrhunderten. Weithin sichtbar thront die osmanische Mohammed-Ali-Moschee (Alabaster-Moschee) über der Stadt, neben ihr die kleinere An-Nasir-Moschee. Zwischen Midan Al-Qal'a und Sharia Salah Salem, www.emuseum.gov.eg/citadel, tgl. 8-16 Uhr, Eintritt 20 £E
Oberägybten
Assuan
Elephantine Island
Im Süden der Insel sind die Reste der 5000 Jahre alten Siedlung Yebu und antike Tempelruinen zu sehen. Die Villa von Sir William Willcocks, dem Planer des ersten Assuan-Staudamms, beherbergt das kleine Assuan Museum, tgl. 8.30-17 Uhr, Eintritt 10 £E, unweit des Nilometers. Fähre (0,50 £E pro Person) ab Egypt-Air-Büro am Ostufer
Reste der 5000 Jahre alten Siedlung Yebu sowie antike Tempelruinen
Kitchener Island
Benannt nach dem Befehlshaber der britischen Kolonialtruppen in Ägypten Ende des 19. Jhs., beherbergt das Inselchen heute einen prachtvollen botanischen Garten, der in seinem Kern von Lord Kitchener persönlich angelegt wurde. Ideales Ausflugsziel! Eintritt 5 £E
Philae
Die Insel wird vom Isis-Tempel beherrscht, der sich ursprünglich auf einer Insel befand, die in den Fluten eines Assuan-Staudamm-Zwischenbeckens unterging. 1979 wurde der Tempel zersägt und im Rahmen einer internationalen Rettungsaktion originalgetreu auf der Agilkia-Insel aufgebaut. Die ältesten erhaltenen Gebäude wurden vor über 2300 Jahren von Nektanebos angelegt, von dessen Pavillon ein Säulengang zum ptolemäischen Isis-Tempel führt. Die Römer bauten das Hadrianstor und den Trajanskiosk. Eine wirklich empfehlenswerte Sound&Light-Show findet abends statt, an bestimmten Tagen auch in Deutsch (Eintritt 33 £E). Zum Übersetzen auf die Insel müssen Sie eines der bereitliegenden Boote mieten, 20 £E für 8 Personen. Tgl. 7-18 Uhr, Eintritt 20 £E
Tempelinsel mit Isis-Heiligtum, Hadriansbogen und dem Trajanskiosk in römischem Stil
Staudämme
Der erste Staudamm von Assuan war zur Zeit seiner Fertigstellung 1902 die größte Talsperre der Welt. Im Gegensatz zum Hochdamm, auf Arabisch Sadd Al-'Ali, ließ er den fruchtbaren Schlamm passieren und staute nur die Flut des Weißen Nils. Der Hochdamm jedoch, 1971 eingeweiht, greift erheblich in das empfindliche Ökosystem des Niltals ein. Einerseits liefert er Strom und ermöglicht mehrere Ernten jährlich durch das Ausbleiben des Hochwassers. Andererseits werden die Ackerböden nicht mehr ausgewaschen, versalzen und müssen künstlich gedüngt werden, von den Klimaschwankungen und geotektonischen Veränderungen, die der riesige Stausee verursacht, ganz zu schweigen. Der Damm ist 111 m hoch, 3,6 km lang und am Fundament 1 km breit.
Unvollendeter Obelisk
In einem alten Steinbruch unweit des Old-Cataract Hotels liegt ein riesiger Obelisk, der vor 3400 Jahren aus dem Granit gehauen wurde und 42 m lang ist. Auf Grund eines Risses im Stein stellte man die Arbeiten ein. Eintritt 10 £E
Luxor
Beamten- oder Privatgräber
Gegenüber dem Ramesseum befindet sich ein Gräberfeld, das durch lebendige und farbintensive Alltagsdarstellungen beeindruckt, darunter Fest- und Ernteszenen, Opfer- und Begräbniszüge. Die Gräber gehören den Beamten, den Noblen des Reichs. Fragen Sie nach den »Tombs of the Nobles«. Besonders sehenswert ist das Grab des Ramose, Großwesir unter Amenophis IV. (Nr. 55), sowie das Grab des Menna, eines Ackervorstehers aus der 18. Dynastie (Nr. 69). Die Handwerker, die diese Beamtengrabstellen wie auch die der Pharaonen schufen, verewigten sich mit eigenen Gräbern, 800 m westlich des Ramesseum. Drei von ihnen sind geöffnet.
Karnak-Tempel
3 km nördlich des Luxor-Tempels, ebenfalls in Nähe des Nilufers, erstreckt sich auf einem Gebiet von 250 000 m² eine ebenso eindrucksvolle wie unübersichtliche Tempelanlage. Dutzende von Herrschern bauten über 13 Jahrhunderte lang an ihr und veränderten sie ständig. Bis heute ist es den Archäologen nicht gelungen, alle ihre Rätsel komplett zu entschlüsseln. Hinter dem Eingang befindet sich der Amun-Tempel. Westlich davon steht das Heiligtum des Khonsu sowie als drittes Zentrum der Anlage der Festtempel Thutmosis' III. Hinzu kommen weitere An- und Umbauten, Hallen und Höfe, Schreine und Alleen. Am Vormittag strömen Heerscharen von Touristen in die Anlage. Am besten ist es, Sie besuchen den Tempel in der Mittagshitze, wenn die Tourbusse wieder verschwunden sind, oder sogar am frühen Abend. Nach Einbruch der Dunkelheit finden kitschige Multimediaspektakel in täglich wechselnden Sprachen statt, die so genannten Sound&Light-Shows.
Berühmt ist vor allem der riesige Säulenwald zu beiden Seiten des Mittelganges, erbaut von Ramses I. und seinem Sohn Sethos I., vollendet von Ramses II. Die 134 kolossalen Säulen haben einen Umfang von etwa 10 m und ragen zwischen 13 und 24 m auf.
Der Heilige See südlich des Amun-Tempels diente den Priestern vorwiegend für rituelle Bootsfahrten und Waschungen. An seinem Ufer liegt ein großer Granitskarabäus, den Amenophis III. dem Sonnengott Atum-Chepre geweiht hatte. Tgl. 6-18.30, im Winter bis 17.30 Uhr, Eintritt 20 £E
Der Säulenwald dieser pharaonischen Tempelanlage ist weltberühmt
Ruinen eines überwältigenden Heiligtums mit einem steinernen Wald aus 134 kolossalen Säulen in Luxor
Luxor-Tempel
Die Tempelanlage dominiert das Stadtzentrum des heutigen Luxor. Von hier aus sind es bis zum Nil, zum Bahnhof, zum Souq oder zum nächsten McDonald's nur wenige Schritte. Der Bau des Tempels wurde 1400 v. Chr. begonnen und ist den Gottheiten Amun und Mut sowie ihrem Sohn Konsu geweiht. Den Eingang der Anlage, die im alten Ägypten auch Südlicher Harem des Amun hieß, säumen zwei große Sitzstatuen Ramses' II. Der Obelisk vor der linken Statue wurde ursprünglich durch einen zweiten, kleineren vor der rechten ergänzt, doch Muhammed Ali verschenkte sie an Frankreich, wo sie seit 1836 die Place de la Concorde in Paris schmückt. Der Säulengang im Innern ist etwa 16 m hoch und hinterlässt einen gewaltigen Eindruck. Seine Wände sind mit Reliefs verziert, die das Opet-Fest darstellen, eine Tradition, die offensichtlich heute noch im Moulid des heiligen Abu Al-Haggag Al-Uqsuri fortlebt, wenn Luxors Christen und Muslime am 14. Shabaan (am 14. des islamischen Monats Shabaan) eine geschmückte Barke durch die Straßen tragen. Die Moschee des Sheikhs befindet sich auf dem Gelände des Tempels. An seinem Nordende sehen Sie den Anfang einer 3 km langen Sphingenallee, die einst bis zum Karnak-Tempel führte. Abends wird die gesamte Anlage angestrahlt. Tgl. 6-22, im Winter bis 21 Uhr, Eintritt 20 £E
Am Abend wirkt das Heiligtum besonders geheimnisvoll
Mitten im Stadtzentrum von Luxor: Riesenstatuen, die berühmte Sphingenallee und ein Obelisk
Medinet Habu
Der Totentempel Ramses' III. diente gleichzeitig auch als Harem sowie als Wohn- und Verwaltungskomplex. Im festungsähnlichen Eingangstor, dem Hohen Tor, befanden sich Gemächer, in denen der Herrscher sich mit seinen Haremsdamen vergnügte. Davon zeugen die Reliefs der Tortürme, die Ramses an ihren Vorderseiten im Krieg zeigen, u. a. dabei, wie er libysche und nubische Feinde erschlägt.
Memnonskolosse
Sie bewachten einst den Totentempel Amenophis' III., an dessen Eingang sie stehen und von dem heute so gut wie nichts mehr zu sehen ist. Römer hielten die 19 m hohen Statuen für Abbilder des Memnon, der im Trojanischen Krieg von Achilles getötet wurde.
Ramesseum
Die imposante Ruine 400 m nördlich der Kolosse von Memnon ist nur zur Hälfte erhalten. Im ersten Hof sind die Überreste einer riesigen Statue Ramses' II. zu sehen, deren Höhe einst knapp 18 m betragen hat.
Tal der Könige
Das Gräberfeld hinter dem Bergmassiv, dessen Gänge sich symbolisch tief ins Reich der Toten winden, ist für viele der Höhepunkt ihres Ausfluges nach West-Theben, andere sind enttäuscht. Die wirkliche Würde des Orts, in seiner weltfernen Abgeschiedenheit, erschließt sich allerdings nur, wenn der vormittägliche Touristenrummel vorbei ist und die Reisebusse wieder abgefahren sind. Die Wandmalereien der Gräber leiden unter den Ausdünstungen der Besucher, fast alle Grabbeigaben wurden über die Jahrhunderte geraubt. Sehenswert sind das Grab Ramses IV.' (Nr. 2), dessen hinterer Bereich mit Szenen aus dem Pfortenbuch geschmückt ist, das der Königin Tauseret und des Pharaos Sethnacht mit dem prunkvollen Granitsarkophag (Nr. 14) sowie das Grab Sethos' I. (Nr. 17), für viele die schönste aller zugänglichen Grabstellen. Zu den insgesamt 64 Königs- und Prinzengräbern gehört auch das von Tut-ench-Amun, dessen prachtvolle Beigaben im Nationalmuseum am Midan Al-Tahrir in Kairo bewundert werden können. Eintritt: 3 Gräber 20 £E, Tut-ench-Amun-Grab 40 £E
Das berühmteste der thebanischen Gräberfelder in Luxor
Ägyptens berühmteste Grabstätte: der Pharaonenfriedhof von Luxor
Tal der Königinnen
1255 v. Chr. ließ Ramses II. hier seine Gemahlin Nefertari beisetzen. Das prächtige Grab ist seit einigen Jahren Besuchern zugänglich - allerdings werden nur 150 pro Tag eingelassen. Neben diesem beherbergt das Tal etwa 80 weitere Gräber. Sehenswert ist auch das des Prinzen Amenherchopschef, eines Sohns Ramses' III. Eintritt 20 £E, Grab der Nefertari 100 £E
Tempel der Hatschepsut
Elegant schmiegt sich die dreistöckige Terrassenanlage an den Berghang. Die Ebenen sind durch flache Rampen miteinander verbunden. Viele der farbigen Reliefs sind gut erhalten und zeigen Stationen aus dem Leben der Königin, u. a. ihre Geburt (mittlerer Hof rechts) und die Expedition, die sie 1470 v. Chr. nach Punt im Somaliland schickte (mittlerer Hof links). Vor dem Haupteingang zweigt rechts ein schmaler Weg ab, der über das Bergmassiv nach etwa 50 Minuten zum Tal der Könige führt. Grandiose Aussicht besonders zum Sonnenaufgang. Eintritt 12 £E
Die terrassenförmige Anlage der Pharaonenkönigin liegt malerisch vor leuchtend gelben Felshängen
Malerisch fügt sich die berühmte Tempelanlage der Pharaonenkönigin in Luxor in die Berglandschaft ein
Theben (West)
Weitläufige Nekropole am Westufer des Nils, in der fast alle Könige des Neuen Reichs, aber auch Beamte und Handwerker begraben sind. Hier glaubten die Pharaonen, nach dem Tod auf ihrer Reise in die Ewigkeit sicher zu sein vor Grabräubern und vor dem profanen Trubel des weltlichen Alltags - beides ein Trugschluss! Die Gräber waren bald schon ausgeraubt, und heute schieben sich jährlich Hunderttausende lärmender Touristen durch die Täler. 1922 geriet das Tal der Könige in die Schlagzeilen, als Howard Carter das prächtige, bis dahin unberührte Grab des Tut-ench-Amun entdeckte. Eintrittskarten am zentralen Tickethäuschen hinter den Kolossen von Memnon, tgl. 6.30 bis 18.30, im Winter bis 17.30 Uhr
Rotes Meer
Hurghada
Red Sea Dolphin
Glasbodenboot, das täglich zweimal in See sticht und Panoramablicke in die Unterwasserwelt bietet. Tel. 065/44 41 46 oder 44 45 91, Preis 39 Euro
Sindbad U-Boot
Unterwassererlebnis, ebenfalls ohne nass zu werden. Das U-Boot bringt 44 Passagiere in 22 m Tiefe. Tgl. Tauchgänge, Tickets über Tel. 065/44 46-88, -89, -90 oder an der Hotelrezeption, 45 Euro pro Person
Westliche Oasen
Oase Bahariyya
Antiquities Museum
Hier sind einige Funde aus dem Valley of the Golden Mummies zu sehen, unter anderem fünf golden verhüllte Mumien, deren Alter auf etwa 2000 Jahre geschätzt wird. Tgl. 8-16 Uhr, Eintritt 6 £E
Grab des Bannentiu
Auf dem kleinen Hügel Qasr Selim in Bawiti befinden sich die Gräber des Zed-Amun-Efankh sowie des Bannentiu, Vater und Sohn, die im 5. Jh. v. Chr. lebten und Kaufleute aus dem Gebiet des heutigen Libyens waren. Das Bannentiu-Grab ist schön verziert mit Darstellungen der Götter Anubis, Osiris und Toth.
Oase Dakhla
Altstadt Al-Qasr
Im Gewirr der Gassen befinden sich Perlen wie das über 700 Jahre alte Minarett der Sheikh-Nasr-Ed-Din-Moschee, Türbalken mit arabischer Kalligrafie oder die Gerichtskate. (Inoffizielle Führer besitzen alle Schlüssel, etwa 10 £E Trinkgeld.) Bitte unbedingt das 2002 eröffnete Ethnographic Museum ansehen, das historische Originalstücke aus dem Oasenalltag, Werkzeuge, Küchengeräte, Trachten usw., in authentischem Ambiente zeigt (Eintritt 2 £E, Anmeldung tags zuvor am Vormittag im Tourist Office bei Omar Ahmed empfohlen!).
Kein Kern einer Oasensiedlung ist besser erhalten als das historische Zentrum von Dakhla
Ein Muss auf der Oasenrundreise: Der mittelalterliche Festungskern von Dakhla ist nahezu komplett erhalten
Deir Al-Haggar
Der römische Tempel aus dem 1. Jh. ist der thebanischen Göttertriade sowie Seth, dem Gott der Oase, gewidmet. Tgl. 8-16 Uhr, Eintritt 20 £E
Oase Farafra
Farafra Art Museum
Die gesamte Galerie ist das Werk des Oasenkünstlers Badr - einschließlich des Hauses, das er aus Lehmziegeln selbst gebaut hat. Unregelmäßig, aber fast tgl. geöffnet, Eintritt frei
Weiße Wüste
Die Attraktion auf der Oasenrundreise ist eine Übernachtung in der Sahra Al-Beida, der Weißen Wüste, die 20 km nördlich von Farafra beginnt. Aus hellem Sandstein hat Winderosion magische Skulpturen geschaffen, die mal wie gigantische Pilze, mal wie Gnome aussehen. Bei Vollmond wirkt die dann fast weiße Landschaft wie elektrisiert. Unternehmen Sie Ausflüge nie ohne einen sachkundigen Begleiter! Preis pro Tour mit Übernachtung ab 250 £E pro Fahrzeug - Fahrer, Verpflegung und Decken inklusive.
Oase Kharga
Hibis-Tempel
Er war früher das Zentrum der alten Oasenhauptstadt Hibis. Die Perser stellten den Bau 522 v. Chr. fertig, die Römer vergrößerten ihn.
Museum of Antiquities
Die hier auf zwei Etagen gezeigten archäologischen Einzelstücke stammen allesamt aus der Westlichen Wüste. Sie sind pharaonischer, griechischer, römischer und islamischer Herkunft. El-Kharga, Sharia Gamal Abd Al-Nasser, tgl. 8-15 Uhr, Eintritt 20 £E
Nekropole El-Bagawat
Der Friedhof mit seinen Hunderten von Lehmziegelmausoleen gilt als eine der ältesten und besterhaltenen christlichen Begräbnisstätten weltweit. Die Kapellen stammen aus dem 4.-7. Jh. Tgl. 8-16 Uhr, Eintritt 20 £E
Übernachten
Alexandria und Siwa
Alexandria
Cecil Sofitel
Überbleibsel des kosmopolitischen Alexandria. Das Hotel wurde kürzlich renoviert. 86 Zi., 16, Midan Saad Zaghloul, Tel.03/487 71 73, Fax 485 56 55, €€€
Metropole
Mit seinem alexandriatypischen Charme ist dieses schöne Hotel eine Art preisgünstige Cecil-Variante, vor einiger Zeit renoviert. 66 Zi., Midan Saad Zaghlul, Tel. 03/486 14 65, Fax 486 20 40, €€€
Union
Familiäre, saubere Pension, die Zimmer sind teilweise mit Bad und Balkon ausgestattet. 40 Zi., 24, Sharia Amin Fikhry, Tel. 480 73 12, Fax 480 73 50, €- €€
Siwa
Im Siwa Safari Paradise, dem komfortabelsten Haus der Oase, gehen Sie auf Nummer sicher. Idyllischer Palmengarten, komfortabel eingerichtete, klimatisierte Zimmer mit Bad, Fernseher und Kühlschrank oder einfache Bungalows (34 Zi., 20 Bungalows, Siwa Town, Tel. 046/460 22 89, Fax 460 22 86, €€). Einfacher und billiger sind neben weiteren Hotels das Cleopatra Hotel und das Arous Al-Waha, beide ebenfalls in Siwa Town.
Kairo
Cosmopolitan Hotel
Nostalgisches Haus im Börsenviertel, dessen renovierte Art-déco-Fassaden eine Augenweide sind. Hervorragend ausgestattet. 70 Zi., Sharia Ibn Taalab, Downtown, Tel. 392 38 45, Fax 393 35 31, €€
Hussein Hotel
Basaratmosphäre pur. Der Blick aus den schlichten Zimmern auf das fatimidische Kairo ist atemberaubend. 56 Zi., Midan Al-Hussein, Khan Al-Khalili, Tel./Fax 591 84 79, €
Grand Hyatt Cairo
Das mit 41 Etagen höchste Gebäude Kairos wurde 2001 eröffnet. Von den Balkonen aller Zimmer schaut man auf den Nil. 714 Zi., Corniche Al-Nil, Garden City, Tel. 365 12 34, Fax 362 19 27, http://cairo.grand.hyatt.com, €€€
Longchamps Hotel
Stammgäste kehren immer wieder in das preiswerte Hotel auf der Nilinsel Zamalek zurück. Ausgezeichneter Service, gemütliche Zimmer, zwei idyllische Dachterrassen. 30 Zi., 21, Sharia Ismail Mohammed, Tel. 735 23 11 und 735 23 12, Fax 735 96 44, www.hotellongchamps.com, €€
Marriott Hotel
Der prunkvolle Palast am Nil, 1869 vom ägyptischen Vizekönig Ismail für die französische Kaiserin Eugenie erbaut, wird von zwei Bettenhäusern umrahmt. Pool, erstklassige Restaurants und ein Gartencafé. 1358 Zi., 16, Saray Al-Gezirah, Zamalek, Tel. 735 88 88, Fax 735 66 67, www.marriott.com, €€€
Mena House Oberoi
Maurisch anmutender Hotelklassiker, in dem schon Winston Churchill und Franklin Delano Roosevelt wohnten. Swimmingpool mit Pyramidenblick sowie Golfanlage. 499 Zi., Pyramids Road, Giza, Tel. 383 32 22, Fax 383 77 77, €€€
Pension Roma
Das beste Backpacker-Hotel in Kairo, mitten in der City. Oft ausgebucht, vorher telefonisch reservieren! 32 Zi., 169, Sharia Mohammed Farid, Downtown, Tel. 391 10 88 und 391 13 40, Fax 579 62 43, €
Oberägybten
Assuan
Basma Hotel
Schmuckloser Bau, aber hervorragende Zimmer. Hotelgärten und Swimmingpool mit schönem Blick von Assuans höchstem Punkt. Ausgezeichnet geführtes Ökohotel. 179 Zi., westlich des Nubischen Museums, Tel. 097/31 09 01, Fax 31 09 02, www.basmahotel.com, €€€
Hathor Hotel
Das Haus ist beliebt bei Rucksacktouristen, die sich abends zum Sonnenuntergang und danach auf dem Dach am Swimmingpool treffen. Teilweise klimatisiert. 100 Zi., Corniche Al-Nil, Tel. 097/31 45 80, €
Keylany Hotel
Das Haus mit dem guten Ruf unter Rucksacktouristen besitzt einfache, saubere Zimmer, einige mit Klimaanlage, sowie ein Internetcafé. 29 Zi., Sharia Keylany, Tel. 097/31 73 32, www.aswanet.com.eg, €
Old-Cataract Hotel
1899 gegründetes nostalgisches Hotel im viktorianischen Stil, in dem schon Agatha Christie und Prinzessin Diana wohnten. Die legendäre Terrasse wird zum Sonnenuntergang manchmal für Nicht-Hotelgäste geschlossen! 131 Zi., Sharia Abtal Al-Tahrir, Tel. 097/31 60 00, Fax 31 60 11, €€€
El-Minya
Ibn Khassib Hotel
Pseudoviktorianisch möbliert, zentral gelegen, angenehme Atmosphäre. 20 Zi., 5, Sharia Ragab, Tel. 086/36 45 35, €€
Mercure Nefertiti
Komfortable, klimatisierte Zimmer und Bungalows mit TV und Bad. Swimmingpool. 55 Zi., Corniche Al-Nil, 1 km nördlich der Stadt, Tel. 086/34 15 15, Fax 36 64 67, €€€
Luxor
Al-Gazira Hotel
Sympathische, ruhige und saubere Pension in Theben-West. Romantische Dach- sowie Uferterrasse. 11 Zi., am Westufer unweit der Fähranlegestelle, Tel. 095/31 00 34, www.el-gezira.com, €
Al Moudira
Das vielleicht schönste Hotel Ägyptens! 24 Villen im Landhausstil mit Themensuiten (pharaonisch, ottomanisch, islamisch) sowie Möbeln von Flohmärkten in Alexandria, Paris und Beirut. West-Theben, Mobiltel. 012/392 83 32 und 012/325 13 07, Fax 012/322 05 28, www.moudira.com, €€€
Nefertiti Hotel
Familiäres Backpackerhotel im Zentrum, einige Zimmer mit Klimaanlage und privatem Bad, sehr sauber. Internetzugang und Billard auf der Dachterrasse. 30 Zi., Sharia Maabad Al-Luxor, Tel./Fax 37 23 86, www.nefertitihotel.com, €
Old Winter Palace
1887 eröffnet und immer noch das prominenteste Hotel im Ort, britisch-vornehm bis nobel. Wenn Sie nicht hier wohnen, setzen Sie sich wenigstens in das Gartencafé! 238 Zi., Corniche, Tel. 095/38 04 22, Fax 37 40 87, €€€
St. Joseph Hotel
Günstiges Drei-Sterne-Hotel, nicht direkt am Nil, aber mit schönem Blick über ihn hinweg. Swimmingpool auf der Dachterrasse, klimatisierte, saubere Zimmer. 62 Zi., Sharia Khaled Ibn Al-Walid, Tel. 095/38 17 07, Fax 38 17 27, €€
Rotes Meer
El-Gouna
Steigenberger Golf Resort
Zu diesem Hotel, entworfen von der amerikanischen Designerlegende Michael Graves, gehört der schönste Golfplatz Ägyptens, umgeben von Lagunen. 148 Zi., Tel. 065/58 01 42, Fax 58 01 49, info@steigenberger.de, €€€
Swiss Inn El-Khan
Eines von drei in nubischer Architektur gebauten Swiss-Inn-Hotels in El-Gouna. Beschaulich und verwinkelt, die klimatisierten Zimmer sind ländlich eingerichtet. 25 Zi., Downtown, Tel. 065/54 56 00, Fax 54 56 01, www.swissinn.net, €€
Green Palace Hotel
In Strandnähe, gegenüber dem Hilton Plaza Hotel, kann man hier billig, sauber und nah an Hurghadas Downtown Al-Dahar wohnen. Das Hotel wurde 2001 renoviert, der Service ist freundlich. 30 Zi., Corniche Road, Dahar, Tel. 065/54 83 68, Fax 54 04 53, €- €€
Jasmine Village
Natursteinbungalows in schöner, weitläufiger Gartenanlage. Sehr gute Tauchschule, Surfcenter, Tennis, Squash, besonders kinderfreundlich. 480 Zi., Tel. 065/44 64 42, Fax 44 64 41, www.tut2000.com/redsea/jasmine/, €€ - €€€
Magawish Village
Langer Strand vor ausgedehnter Bungalowsiedlung, besonders populär bei Windsurfern. 326 Zi., Tel. 065/44 26 20, Fax 44 22 55, www.magawish.com, €€
Oberoi Sahl Hasheesh
Neueröffnung in arabischer Architektur am südlichen Ende von Hurghada. Man wohnt ausschließlich in edlen Suiten. Schöner, langer Privatstrand. 104 Suiten, Tel. 065/44 07 77, Fax 44 07 88, www.oberoihotels.com/oberoi/egypt/sahl/, €€€
White House
Einfache, saubere Zimmer, preisgünstig. 30 Zi., Sharia Sheraton, Ortsteil Sigala, Tel. 065/44 36 88, € |

Sinai
Dahab
Nesima Resort
Schönstes Hotel im Herzen von Dahab. Swimmingpool am Meer, kleine gemütliche Steinhäuschen, Tauchschule, Bar und Restaurant. Letzteres gilt als eines der besten im Ort (Steaks in allen Variationen). 51 Zi., Tel. 069/64 03 20, Fax 64 03 21, www.nesima-resort.com, €€
Swiss Inn Golden Beach Resort
Sehr gutes Vier-Sterne-Hotel an schönem Privatstrand. 147 Zi., Tel. 069/64 00 54, Fax 64 04 70, www.swissinn.net, €€€
Katharinenkloster
Catherine Plaza
Das beste Hotel im Ort, gebaut aus dem rötlichen Granitstein der Gegend. Klimatisierte Zimmer mit Balkon, im Winter beheizter Swimmingpool, Restaurants und Nachtbar. 147 Zi., Tel. 069/47 02 89, Fax 47 02 92, €€ - €€€
Guesthouse St. Catherine
In der jüngst umgebauten Herberge des Klosters gibt es einfache Zimmer mit eigenem Bad. Die Rezeption ist geöffnet von 8 bis 21 Uhr. 52 Zi., Am Kloster, Tel./Fax 069/47 03 53, €€
Nuweiba
Basata Camp
Einfache Hütten aus Naturmaterial. Es wird konsequent auf Umweltverträglichkeit geachtet. Familiäre Atmosphäre, kein Lärm, kein Alkohol, unbedingt reservieren! 16 Hütten, Taba Road, 22 km nördlich von Nuweiba am Strand, Tel. 069/50 04 81, www.basata.com, €
Habiba Village
Einfache, romantische Bungalows in Strandnähe mit Bad und Warmwasser. Umfangreiches Tourenprogramm, unter Wasser wie in den Bergen, inklusive Kamelreitschule. Nördlich des Helnan Hotels, Tel./Fax 069/50 07 70, www.sinai4you.com/habiba/, € - €€
Hilton Coral Resort
Beachresort mit schönem Strand und ausgedehnten Gärten. Der Swimmingpool ist im Winter beheizt. 200 Zi., 20 Gartenhäuser, in Hafennähe, Tel. 069/52 03 20, Fax 52 03 27, €€€
Sharm El-Sheikh
Amar Sina
Geheimtipp, obwohl es nicht am Meer liegt (aber einen Shuttle-Bus zum eigenen Strand betreibt). Besonders schönes, verspielt gestaltetes, familiäres Resort mit Swimmingpool und Kinderbauernhof. 101 Zi., Hadaba, Nähe Ras Umm Sid, Tel. 069/66 22 22, Fax 66 22 33, amarsina@sinainet.com.eg, €€
Sanafir Hotel
Der Klassiker unter den Hotels der Naama Bay befindet sich unweit vom Strand, aber direkt an der Flaniermeile. Lautes Nachtleben. Naama Bay, Tel. 069/60 01 97, Fax 60 01 96, €€
Shark's Bay Bedouin Home
Das immer noch idyllische Camp war das erste an der Shark's Bay. Gut ausgestattete Hütten und Bungalows an einem Felshang, mit Blick direkt aus den Betten über den Golf von Aqaba. Gemeinschaftsduschen. 76 Zi., Shark's Bay, Tel. 069/60 09 43, Fax 60 09 41, www.sharksbay.de, €
Westliche Oasen
Oase Bahariyya
International Hot Spring Hotel
Drei-Sterne-Hotel mit eigenem Thermalbad, dessen eisenhaltiges Wasser Rheuma- und Arthritisleiden lindert. Sauna, Fitnessraum. Bawiti, Tel./Fax 02/847 23 22, www.whitedeserttours.com, €€
Oasis Panorama Hotel
Restaurant, kleiner Laden für Dinge des täglichen Bedarfs, inklusive Bier. 32 Zi., Bawiti, Tel. 02/847 33 54, Fax 847 38 96, www.oasispanorama.com, €€
Oase Dakhla
Mut Talatta Resort
Die Zimmer sind mit Bad und Deckenventilator ausgestattet. Warmwasserpool, Restaurant. 11 Zi., Tel. 092/82 15 30, €€
Oase Farafra
El Badawiya Safari Hotel
Das beste Hotel der Oase. Restaurant. 22 Zi., Tel. 092/51 04 00, www.badawiya.com, €
Oase Kharga
El-Dar El-Beda/White House
Bestes Billighotel der Oase. Kleines Restaurant mit ägyptischer Volksküche. 60 Z., Midan El-Showla, Tel. 092/92 17 17, €
Angesagt!
Was Sie wissen sollten über Trends, die Szene und Kuriositäten in Ägypten
Fußball
Jeder Ägypter kennt mindestens drei, vier deutsche Fußballspieler und ist oft sogar über die Bundesliga-Ergebnisse vom letzten Wochenende informiert. Wenn in Ägypten die beiden lokalen Starclubs Al-Ahly und Zamalek aufeinander stoßen, dann sind die Straßen leer gefegt wie sonst nur im Ramadan zum Fastenbrechen. Die Verkehrspolizisten stehen mit kleinen Transistorradios auf dem Bürgersteig, und die Händler auf den Basaren sitzen vor Minifernsehern. Fragen Sie im Vorbeigehen mit wichtiger Miene »Kamm kamm?«. Man wird Ihnen, ohne verwundert zu sein, den aktuellen Spielstand sagen!
Ägypten sucht den Superstar
In die dritte Runde bereits geht die Castingshow »Starmaker«, das ägyptische Pendant zu »Deutschland sucht den Superstar«. Ganze Großfamilien versammeln sich zu den Sendungen vor der Flimmerkiste (www.starmakeregypt.com). In den Kassettenläden kann man den Sampler »Starmaker 1 Negoum Album« kaufen.
Mobiltelefone sind das wichtigste Statussymbol im Land. Jeder, der eines besitzt, und das sind 2 Mio. Menschen, trägt es ununterbrochen in der Hand und legt es in Cafés und Restaurants gut sichtbar vor sich auf den Tisch. Selbst im Kino während der Filmvorstellung klingeln die Dinger ständig. Nur im Kairoer Opernhaus muss das Handy abgegeben werden.
Natacha Atlas
Die britische Technodiva, die Mitte der 90er-Jahre mit ihrer Band Transglobal Underground bekannt wurde und auch regelmäßig in Deutschland, Österreich und der Schweiz tourt, hat vor einiger Zeit ihre ägyptischen Wurzeln entdeckt. Ihr Großvater stammt aus Alexandria, und während ihrer Kindheit in Brüssel verliebte sie sich in die alten ägyptischen Musikfilme. Seit Jahren schon mixt sie Techno-Bässe mit Shaabi-Pop, einer Art ägyptischer Prolo-Popmusik. Ihre vorletzte CD »Gedida« erschien auch in Ägypten. Die jüngste hat sie gleich ganz in einem Kairoer Tonstudio produziert.
Bloß nicht!
Auch in Ägypten gibt es Dinge, die Sie besser nicht tun sollten
Artenschutz missachten
Überall im Land kann es passieren, dass Ihnen Händler Korallen, die aus Riffen herausgebrochen wurden, ausgestopfte Tiere oder Artikel aus echtem Elfenbein anbieten, zum Teil in renommierten Kunstgewerbeläden - sogar in Kairo. Es ist streng verboten, Korallenriffe zu beschädigen, selbst das Aufsammeln von Muscheln, Schnecken und anderem Getier ist zum Schutz der Unterwasserwelt untersagt. Der Kauf von ausgestopften Tieren und Elfenbein unterstützt zudem die Wilderer - unabhängig davon, ob die Aus- bzw. Einfuhr der Produkte verboten ist.
Fische ärgern
Reizen oder bedrängen Sie beim Schnorcheln oder Tauchen keine Fische, selbst wenn sie noch so anmutig und friedlich aussehen. An den Korallenriffen des Roten Meeres leben einige äußerst giftige Arten. Unfälle sind sehr selten, besser ist es jedoch, wenn Sie sich vor dem Schnorcheln in einem Tauchzentrum informieren!
Drogen
Bango nennt man das Marihuana in Ägypten, abgeleitet vom arabischen Wort für betäuben, narkotisieren. Haschisch heißt - wie praktisch - Haschiesch, mit lang gezogenem »I« und betont auf der zweiten Wortsilbe. Beide Drogen sind durchaus populär, aber streng verboten. Auf Missbrauch weicher wie harter Drogen stehen empfindliche Strafen, die selten, aber regelmäßig auch an westlichen Ausländern verhängt werden. Die Polizei führt regelmäßig Razzien durch.
Schleppern auf den Leim gehen
In allen Touristenzentren und in der Downtown von Kairo im Umfeld des Midan Talaat Harb kommt es vor, dass Sie von zumeist jungen Ägyptern auf der Straße angesprochen werden. Diese können zufällig Deutsch, haben zufällig auch mal früher an Ihrem Wohnort Verwandte besucht/studiert/gearbeitet und möchten nun mit Ihnen diese Zufälle bei einem Gläschen Tee feiern - bei einem Onkel, der zufällig um die Ecke einen Parfümshop oder einen Papyrusladen betreibt. Wenn Sie nicht mit völlig überteuerten Souvenirs und Parfüms dort wieder rauskommen wollen, die Sie am Ende aus lauter Höflichkeit gekauft haben, dann weisen Sie die Schlepper nett ab! Kaufen Sie auch nichts vor Gräbern und Tempeln, die Eingänge werden regelrecht belagert von Händlern mit Kitsch und Ramsch.
Praktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Ägyptenreise
EinreiseAusreise
Ihr Reisepass muss am Einreisetag noch mindestens sechs Monate gültig sein. Das Visum erhalten Sie bei den ägyptischen Konsulaten im Heimatland oder, falls Sie Deutscher, Schweizer oder Österreicher sind, billiger direkt am Flughafen in Ägypten bzw. am Grenzübergang. Im Flugzeug werden weiße Karten verteilt, die Sie ausfüllen und später bei der Passkontrolle vorlegen müssen. Wenn Sie noch kein Visum besitzen: Die Visamarken gibt es an den Geldwechselschaltern vor der Passkontrolle. Das vor Ort ausgestellte Touristenvisum ist vier Wochen und nur für eine Einreise gültig. Wer von einem Israel- oder Jordanien-Ausflug wieder nach Ägypten zurückreisen will, braucht ein Re-entry-Visa.
Gesundheit
Spezielle Schutzimpfungen sind nicht vorgeschrieben. Es ist ratsam, gegen Tetanus und Kinderlähmung geimpft zu sein. Malariaprophylaxe ist von Juli bis November für das Delta und die Oasen empfehlenswert. In ländlichen Gebieten besteht das Risiko, sich mit Hepatitis A anzustecken. In stehenden Gewässern und im Nil nicht baden: Bilharziose-Gefahr! Essen Sie nur geschältes oder gründlich gewaschenes Obst und Gemüse! Das Leitungswasser ist gechlort, in Kairo kann es getrunken werden. Die medizinische Versorgung ist gut. Fast alle Medikamente sind erhältlich. Behandlungskosten müssen vorher bezahlt werden. Schließen Sie eine Reisekrankenversicherung ab! Wenn Sie mit kleinen Kindern unterwegs sind: Überall im Land lauern Unfallgefahren wie schlecht abgesicherte Baustellen oder metertiefe Löcher auf den Ruinenfeldern der antiken Stätten!
ReisezeitWetter
Die beste Reisezeit liegt zwischen November und April. In den übrigen Monaten herrscht besonders in Oberägypten eine drückende Mittagshitze mit nicht selten über 40 Grad.
Strom
Die Netzspannung beträgt 220 Volt. Adapter sind nicht nötig.
Trinkgeld
In Restaurants und Cafés sind etwa fünf bis zehn Prozent der Rechnungssumme üblich. Gepäckträger bekommen etwa 3 £E, Zimmermädchen 10 £E pro Woche.
Zoll
Dinge des persönlichen Bedarfs sind bei der Einreise zollfrei, inklusive der Kamera und bis zu 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak sowie 1 l Alkohol und 50 g Parfüm oder 250 g Eau de Toilette. Videorecorder, Laptops und andere elektronische Geräte müssen angemeldet werden. Es ist strikt untersagt, Antiquitäten auszuführen.
Stand 01.05.07 Texte übernommen von Schmetterling Koop. und Marco Polo, Partnerprogramm
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